Ein Buch über Gedanken – und über das Loslassen

von | März 10, 2026 | Allgemein

Das neue Buch von Martin Wehrle beschäftigt sich mit Gedankenspiralen, Sorgen und dem Umgang mit innerem Druck.

Wenn Sorgen den Alltag bestimmen – und wie wir lernen können, ihnen nicht die Macht zu geben

 

warum sorgen im pflegealltag fast unvermeidlich sind

 

Wer einen pflegebedürftigen Menschen begleitet, kennt sie nur zu gut: die Gedanken, die nachts kommen, wenn alles still ist. Was passiert, wenn sich der Zustand verschlechtert? Was, wenn ein Sturz passiert? Habe ich alles richtig organisiert?

Sorgen gehören zum Alltag vieler pflegender Angehöriger. Sie entstehen aus Verantwortung, aus Liebe – und aus der Erfahrung, dass sich Situationen im Pflegealltag oft schneller verändern, als man darauf vorbereitet ist.

Genau hier setzt das neue Buch „Wer wärst du ohne deine Sorgen?“ von Karriere- und Lebenscoach Martin Wehrle an, das am 22. April 2026 im mosaik Verlag erscheint. Der Autor beschäftigt sich darin mit der Frage, wie Menschen mit belastenden Gedankenspiralen umgehen können – und wie sie lernen, diese nicht dauerhaft ihr Leben bestimmen zu lassen.

Sein Ansatz ist überraschend einfach: Sorgen gehören zum menschlichen Denken, doch sie müssen nicht automatisch die Kontrolle übernehmen.

 

Gedanken verstehen statt gegen sie kämpfen

 

Wehrle beschreibt Sorgen als eine Art inneren Wächter. Ihr ursprünglicher Zweck sei es, vor Gefahren zu warnen. Doch das Gehirn neige dazu, mögliche Risiken zu übertreiben oder immer wieder durchzuspielen – selbst dann, wenn die Situation längst unter Kontrolle ist.

Das Ergebnis sind Gedankenspiralen, die Menschen zunehmend belasten können. Besonders dann, wenn Verantwortung für andere Menschen getragen wird – etwa im Beruf, in der Familie oder in der Pflege.

Der Autor formuliert es so: Entscheidend sei nicht, ob Sorgen auftauchen, sondern ob wir ihnen glauben.

Ein zentrales Ziel seines Buches lautet deshalb: Menschen sollen lernen, ihre Gedanken bewusster wahrzunehmen – und zu entscheiden, welche davon wirklich hilfreich sind.

 

Ein Thema, das pflegende Angehörige besonders betrifft

 

Für viele Menschen, die Angehörige pflegen, hat dieses Thema eine besondere Bedeutung. Pflege bedeutet nicht nur körperliche Unterstützung, Organisation und Verantwortung. Sie bedeutet auch eine enorme mentale Belastung.

Der Alltag ist häufig geprägt von Fragen wie:

  • Wie entwickelt sich die Krankheit weiter?
  • Welche Unterstützung werde ich in Zukunft brauchen?
  • Wie lange kann ich diese Situation noch bewältigen?

Solche Gedanken sind verständlich – doch wenn sie dauerhaft den inneren Dialog bestimmen, können sie zu einer zusätzlichen Belastung werden.

Hier setzt die Idee des Buches an: Sorgen dürfen da sein, aber sie müssen nicht das eigene Denken beherrschen.

 

Praktische Übungen für mehr Gelassenheit

 

Der Ratgeber verbindet psychologische Erkenntnisse mit konkreten Übungen aus Coaching und Positiver Psychologie. Ziel ist es, Distanz zu belastenden Gedanken zu gewinnen.

Eine der Methoden besteht darin, Sorgen bewusst zu hinterfragen:
Wie wahrscheinlich ist das Szenario eigentlich, das gerade Angst auslöst?

Oft zeigt sich dabei, dass das Gehirn aus Unsicherheit automatisch das schlimmste mögliche Ergebnis annimmt – obwohl die Realität deutlich differenzierter ist.

Andere Übungen setzen auf überraschend einfache Strategien, etwa Bewegung oder Musik, um das Gedankenkarussell zu unterbrechen.

 

Ein Buch über Selbstfürsorge

 

Für Menschen, die Verantwortung für andere tragen, ist Selbstfürsorge häufig ein schwieriges Thema. Viele stellen ihre eigenen Bedürfnisse zurück – oft über Jahre hinweg.

Gerade deshalb kann ein Blick auf die eigenen Gedanken hilfreich sein. Denn wer dauerhaft unter innerem Druck steht, verliert leicht den Blick für die Dinge, die Kraft geben.

Das Buch von Martin Wehrle ist kein klassischer Ratgeber, der schnelle Lösungen verspricht. Vielmehr lädt es dazu ein, sich mit den eigenen Denkmustern auseinanderzusetzen – und vielleicht an der einen oder anderen Stelle einen neuen Umgang mit Sorgen zu finden.

Eine Frage steht dabei im Mittelpunkt:
Wer wären wir eigentlich, wenn unsere Sorgen nicht ständig das letzte Wort hätten?

Als pflegender Angehöriger weiß ich aus eigener Erfahrung, wie schnell sich Gedanken im Kreis drehen können – besonders dann, wenn Verantwortung für einen anderen Menschen getragen wird. Bücher wie dieses können helfen, einen Schritt zurückzutreten und den eigenen Blick wieder zu weiten.

 

Andreas Breitkopf

Andreas Breitkopf

freiberuflicher Journalist & PR-Referent

Andreas Breitkopf ist freiberuflicher Journalist und PR-Referent mit einer Leidenschaft für gut recherchierte Inhalte und klare Kommunikation. Mit seiner langjährigen Erfahrung in der Medienbranche bringt er komplexe Themen auf den Punkt und gibt seinen Lesern hilfreiche Einblicke sowie praxisnahe Tipps. Als Vollzeitpfleger seiner Mutter meistert Andreas zudem den Spagat zwischen Familie und Beruf, was ihm eine besondere Perspektive auf die Herausforderungen des Lebens gibt.

Wenn Sie mehr über seine Arbeit erfahren möchten, folgen Sie ihm auf Social-Media oder nehmen Sie Kontakt auf unter kontakt@andreas-breitkopf.de

9 + 7 =